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Montag · 11 | 12 | 2017
  
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Schule, Erziehung und Betreuung

Wir wollen ein Schulsystem, das die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft sichert und dazu beiträgt, die soziale Spaltung zu überwinden, anstatt sie zu verfestigen. Wir wollen flächendeckend das inklusive Lernen ausbauen und durch mehr Qualität im Unterricht und an den Schulen mehr Bildungsgerechtigkeit verwirklichen. Wir setzen uns für schulpolitische Ziele ein, bei denen im Mittelpunkt steht, dass in der Schule das Lernen miteinander und voneinander möglich wird, dass Vielfalt als Chance begriffen wird und dass Kinder und Jugendliche in stärkerem Maße ermutigt werden als bisher.

Unser Schulsystem muss von den beiden pädagogischen Säulen „Fördern“ und „Fordern“ getragen werden. Wir wollen, dass in den Auricher Schulen diese Maximen Leitlinien des Handelns sind. Fördernde Unterstützung für Kinder, die für die Erreichung ihrer Leistungsziele Unterstützung benötigen, ist genauso wichtig wie die Formulierung von Leistungszielen mit herausforderndem Charakter.

Für alle Schulen des Sekundarbereichs muss gelten, dass sie für die Inklusion (die Integration beeinträchtigter Kinder) verantwortlich sind. Dazu heißt es in der von der UN verabschiedeten Behindertenkonvention: "Die Vertragsstaaten anerkennen das Recht von Menschen mit Behinderungen auf Bildung. Um dieses Recht ohne Diskriminierung und auf der Grundlage der Chancengleichheit zu verwirklichen, gewährleisten die Vertragsstaaten ein integratives Bildungssystem auf allen Ebenen ..." Seit dem 26. März 2009 ist diese Konvention für alle Bundesländer Deutschlands verpflichtend. In Niedersachsen ist die inklusive Schule verbindlich zum Schuljahresbeginn 2013/14 eingeführt worden. Das hat der Niedersächsische Landtag am 20. März 2012 mit breiter Mehrheit beschlossen.

Neben dem Gymnasium ist die Integrierte Gesamtschule (IGS) die zweite Säule in der Schullandschaft, in der sich Chancengerechtigkeit und Bildungsaufstieg verwirklichen lassen. Sie hält Lebenschancen lange offen und bietet bis zum Abitur alle Schulabschlussmöglichkeiten an. Eine IGS bietet dabei zudem beste Voraussetzungen, um Kinder mit unterschiedlichsten Sprachkenntnissen und vielfältigem Migrationshintergrund in unsere Gesellschaft zu integrieren. Der Elternwille für die Wahl der weiterführenden Schule in der Sekundarstufe I ist jedoch vorrangig zu berücksichtigen. In der derzeitigen schulpolitischen Situation in Aurich sichert dieser auch den Bestand der Realschule.

Verhandlungen mit dem Landkreis müssen zu einer vernünftigen Lösung führen: Wir fordern, dass alle Schulen mit Sekundarstufen I und II in die Trägerschaft des Landkreises Aurich fallen und alle Grundschulen im Stadtgebiet in die Trägerschaft der Stadt Aurich gehören. So könnten die Voraussetzungen geschaffen werden, dass das Sek-I-Schulwesen in Aurich eine sinnvolle Neuordnung erfährt, von der alle profitieren.

Solange es pädagogisch und finanziell zu vertreten ist, sollten die bestehenden Grundschulstandorte im Stadtgebiet erhalten werden. Nach wie vor gilt diese Devise "Kurze Beine-Kurze Wege", allerdings werden Grundschulen mit weiter zurückgehenden Schülerzahlen (Tannenhausen, Plaggenburg, Wiesens, Middels ...) in ihrer Existenz nur gesichert werden können, wenn diese organisatorisch und pädagogisch kooperieren.

Lesenester und Mathestübchen haben sich als sinnvolle Ergänzung des Unterrichts der Grundschulen bewährt. Einrichtungen dieser Art sind zu erhalten und auszubauen.


Wir haben in den zurückliegenden Jahren die Zahl der Plätze und die Öffnungszeiten in Krippen, Kindergärten und Kinderhorten erheblich ausgeweitet. Der Besuch eines Kindergartens ist für Auricher kostenlos. Durch Einstellung zusätzlicher Betreuungskräfte gibt es die Möglichkeit, Kleingruppen zu bilden. Dabei streben wir an, die Gruppengrößen schrittweise auf 18-20 Kinder zu verringern.

Auch die Zahl der Hortplätze wurde erheblich gesteigert. Sie wurden bevorzugt an Grundschulen eingerichtet. Um die Förderung und Betreuung an Grundschulen zu verbessern, hat die Stadt Aurich neben weiteren drei Kommunen in Niedersachsen sich am Landesprojekt „Kooperativer Hort“ beteiligt. So sollen in Zukunft Ganztagsschulen eingerichtet werden und diese mit den Horten noch enger zusammenarbeiten. Das Modell des "Kooperativen Horts" (Kooperation Hort / Ganztagsgrundschule an der Lambertischule) ist weiterzuführen und auf weitere Grundschulen auszudehnen.

Der Zuzug sowohl aus dem Umland sowie von Flüchtlingsfamilien erfordert einen weiteren Ausbau an Plätzen in Kinderkrippen, -gärten und –horten. Die Zahl integrativer Plätze sowie das Ganztagsangebot müssen weiter ausgebaut werden, um allen Kindern eine bestmögliche Förderung zu ermöglichen. Wir wollen kostenlose Kindergartenplätze erhalten und die Gebühren in Krippen und Horten weiterhin sozial gestalten. Dabei setzen wir wie in den vergangenen Jahren auf die Unterstützung der rot-grünen Landesregierung.


 
 

 
Letzte Aktualisierung: Mai 2017
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