Veranstaltung



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Liebe Auricherinnen und Auricher,
 
für den 7. November 2017 um 20.00 Uhr möchten wir,
  • der SPD Stadtverband Aurich,
  • die Wählergruppe Grün-Alternative Politik sowie die
  • Stadtratsfraktionen von SPD und GAP zusammen mit der
  • Deutsch-Israelischen Gesellschaft Ostfriesland (DIGO)
sie nach Aurich ins Eckhaus, dem inklusiven Café der Lebenshilfe Aurich, Osterstraße, Ecke Große Mühlwallstraße, zu einer Informationsveranstaltung mit dem Europarepräsentanten von Givat Haviva, Herrn Thorsten Reibold, einladen.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Givat Haviva ist eine Bildungs- und Begegnungsstätte zwischen Tel Aviv und Haifa, die sich aktiv für eine friedliche und tolerante Gesellschaft engagiert. Als älteste und größte bestehende israelische Einrichtung im Bereich der jüdisch-arabischen Verständigungsarbeit hat sich Givat Haviva der Förderung des kulturellen und religiösen Pluralismus verschrieben.
 
 
Die DIG Ostfriesland plant auf einer Israelreise vom 17. bis 24. November dieses Jahres, an der der gesamte Vorstand teilnehmen wird, diese Begegnungsstätte zu besuchen, um eine längerfristige Unterstützung des Projektes „Kinder lehren Kinder“ mit dem dortigen Träger zu vereinbaren.
 
 
Campus von Givat Haviva
 
 
Zur Vorbereitung dieses Besuches sowie zur Information interessierter Auricher Bürgerinnen und Bürger soll die Veranstaltung am Abend des 7. November dienen. Schon am Nachmittag des Tages ist ein Gespräch mit Teilnehmenden des Schüleraustausches der IGS mit der örtlichen Schule in Kiriyat Bialik in Israel vorgesehen.
 
Haviva Reik-Friedenspreisträger Kurt Beck, Friedel Grützmacher, Vorsitzende des deutschen
Freundeskreises von Givat Haviva und Europarepräsentant Torsten Reibold (v.l.n.r.)
 
Frieden ist mehr als die Abwesenheit von Krieg und Gewalt. – Erziehung muss ein Demokratieverständnis sowie Toleranz- und Verständnis füreinander beinhalten. Deshalb beginnt die Arbeit von Givat Haviva mit der Begegnung von jüdischen und arabischen Jugendlichen und gibt diesen – oft zum ersten Mal – die Gelegenheit, sich miteinander zu unterhalten und auseinandersetzen. Neben dem jüdisch-arabischen Zentrum für Frieden gibt es auf dem Campus eine Vielzahl von kulturellen und Bildungseinrichtungen. Dazu zählen u.a. das Kunstzentrum, das Archiv- und Forschungszentrum der Jugendbewegung Haschomer Hazair, Yad YaAri und dasZentrum für Holocauststudien Moreshet. Außerdem werden Sprachkurse angeboten.
In jeder Hinsicht bietet Givat Haviva ideale Voraussetzungen für interkulturelles Lernen.
 
Der ehemalige Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier zu Besuch in Givat Haviva
 
Über 50.000 Menschen besuchen Jahr für Jahr den Campus. Kennen heißt verstehen. Durch Givat Haviva haben mittlerweile tausende junger Menschen gelernt, mit ihren Nachbarn zu leben, Konflikte friedlich zu lösen. Betrieben wird Givat Haviva in Israel von Havatzelet, der Kultur- und Bildungseinrichtung der Kibbuz-bewegung HaArtzi.
 
Givat Haviva stellt ein Projekt vor:
 
Kinder lehren Kinder
Die Notwendigkeit
Die jüdischen und die arabischen Menschen in Israel leben trotz gemeinsamer Staatsbürgerschaft bestenfalls nebeneinander, kaum jedoch miteinander oder gar füreinander. Dieses voneinander isolierte Leben beginnt schon in der Kindheit.
 
Arabische und jüdische Kinder wohnen überwiegend in unterschiedlichen Nach-barschaften und werden in verschiedenen Schulen eingeschult.
 
Wo schon Kinder kaum Möglichkeiten haben, sich gegenseitig kennenzulernen, besteht für Menschen wenig Aussicht darauf, sich später direkt mit “den anderen” auseinandersetzen und zu versuchen, sich gegenseitig zu verstehen.
 
 
“Kinder Lehren Kinder” beruht auf dem Wunsch, Beziehungen zwischen der jüdischen und arabischen Bevölkerung aufzubauen. Die Begegnung von arabischen und jüdischen Schulklassen soll hier schon Kindern und Jugendlichen die praktische Möglichkeit dazu zu geben. Wenn Dialog und Begegnung zwischen jüdischen und arabischen Israelis nicht gelingt, ist auch eine Verständigung zwischen den Menschen in Israel und den palästinensischen Gebieten schwerlich erreichbar.
 
 
Das Konzept
 
Das Begegnungsprogramm von “Kinder Lehren Kinder” ist auf jeweils zwei Jahre angelegt, während der jede teilnehmende jüdische Schulklasse mit einer arabischen Partnerklasse in den Dialog tritt. Da der seit Jahrzehnten bestehende Konflikt immer größeren Hass und Vorurteile auf beiden Seiten produziert, müssen die 13- bis 18jährigen TeilnehmerInnen auf einen Dialog miteinander vorbereitet werden. Das pädagogische Konzept des Programms, das seit 1987 ständig weiterentwickelt wird, beginnt deshalb mit Workshops in den einzelnen Schulklassen, wobei jeweils 10-15 SchülerInnen von einer Lehrperson betreut werden.
Nach der ersten inhaltlichen Vorbereitungsphase finden nach und nach vorbereitete und thematisch strukturierte Dialogtreffen zwischen den Schulklassen statt. Immer wieder erhalten die Kinder und Jugendlichen die Gelegenheit, aufgekommene Fragen, Probleme und Spannungen auch in ihrer vertrauten Gruppe zu reflektieren und zu verarbeiten.
Auf diese Weise entsteht ein Lernprozess, der Verständnis über die Konflikte im jüdisch-arabischen Zusammenleben im Speziellen und über politische und soziale Probleme im Allgemeinen vermittelt. Dabei werden nicht zuletzt auch Erkenntnisse über das eigene Leben und die Rolle innerhalb verschiedener Gemeinschaften gewonnen.
Um ihre Erfahrungen zu teilen und zu verarbeiten organisiert und leitet Givat Haviva parallel dazu auch Dialoggruppen für die betreuenden arabischen und jüdischen LehrerInnen.
 
    
 
Die Themen
 
Die Auseinandersetzung mit nationalen und kulturellen Fragen und Konflikten innerhalb Israels beginnt mit der Diskussion der Beziehungen Einzelner innerhalb einer Gruppe. Hierbei wird ein praktischer Bezug zu den Lebenswelten der Teilnehmenden und zu den Entwicklungsschritten im Jugendalter hergestellt.
Langsam und gezielt werden die SchülerInnen so darauf vorbereitet, sich mit Fragen jüdischer, palästinensisch-arabischer oder aber israelischer Identität zu beschäftigen. Zwei professionelle ModeratorInnen (paritätisch jüdisch-arabisch) begleiten das Aufeinandertreffen und vermitteln im Dialog.
 
 
Die Resultate
 
Oft treffen jüdische und arabische Kinder in den Projekten von Givat Haviva erstmals aufeinander. “Kinder Lehren Kinder” bietet ihnen mehr, als die Chance, sich gegenseitig kennen zu lernen. Durch die kontinuierlichen Gespräche und fortwährende Beschäftigung miteinander wird der Name des Projektes tatsächlich verwirklicht. Durch das Programm wird von den TeilnehmerInnen eine offene, partnerschaftliche Atmosphäre geschaffen. Dadurch eröffnet sich die Möglichkeit, von den anderen zu lernen und die Unterschiede in Geschichte, Tradition, Kultur und Religion nicht als etwas Fremdes wahrzunehmen, sondern als Lebensbestandteil konkreter Menschen zu akzeptierten und zu verstehen.
 
 
Der Träger
 
“Kinder Lehren Kinder” gehört zum festen Programm des Jüdisch- Arabischen Zentrums für Frieden von Givat Haviva.
 
Das Programm und das Zentrum wurden vielfach für seine Verständigungsarbeit ausgezeichnet, unter anderem mit dem Preis des israelischen Erziehungsministeriums (1993) und dem UNESCO-Friedenspreis (2001) für seine „…außerordentlichen Bemühungen auf dem Gebiet der Friedenserziehung, der Friedensförderung und der Gewaltlosigkeit“.
 
Givat Haviva Deutschland e.V. Postfach 12 12 05 - 10606 Berlin
Homepage:                      www.givat-haviva.net
 
Repräsentant für Europa:
Torsten Reibold             
E-Mail:                             reibold@givat-haviva.net
 
Spendenkonto:
Mainzer Volksbank
Konto-Nr.: 353451016
BLZ: 55190000
(„Förderungsprojekt“)